Ich hatte heute ein kurzes aber sehr interessantes Gespräch über den Weg in die Post-Privacy-Gesellschaft. Aktuell ist es wirklich so, dass die Menschen sich sehr wenige Gedanken über ihre Daten machen und oftmals sehr freizügig mit privaten Informationen um sich werfen!
Politisch ist hier wohl in den nächsten Jahren nichts zu erwarten, Merkel setzt die kleine gelbe Splittergruppe (früher FDP genannt) immer stärker unter Druck, so dass auch die letzten integeren Freiheitlichen wohl früher oder später nachgeben werden. Von der SPD und den Grünen ist wohl nur so lange Widerstand zu erwarten, so lange sie in der Opposition sitzen. Letztere verraten ja sogar ihre Kernthemen, warum sollte sich also dies Partei für Datenschutz stark machen.
Tja und dann wären da noch die Linke und die Piraten.
Leider kann man nicht immer darauf hoffen, dass "die da oben" sich um unsere Belange hoffen. Meine Hoffnung ist es, dass irgendwann mal jemand Daten veröffentlicht, die jeden betreffen, vielleicht nach Einführung der Gesundheitskarte mal die Krankengeschichten aller Bundesbürger, besonders von Leuten, die im öffentlichen Interesse stehen. Mein Gesprächspartner nannte es "Datenschutz-Fukushima" - ein sehr treffender Name, wie ich finde. Es muss irgenwas passieren, so dass auch Oma Krause im Nachbarhaus erkennt, dass diese Datensammelwut bekämpft werden muss! Ich nenne sowas "Kollateralschaden", aber manchmal muss es Opfer geben, wenn man einen Krieg gewinnen möchte. Nur wenn es denn Menschen weh tut, richtig weh tut, werden sie sich bewegen. Wenn es Aufgrund der gesammelten und geleakten Daten zu sozialen Ausgrenzungen kommt, wenn die berufliche Laufbahn auf dem Spiel steht, erst dann wird der letzte "Ich hab doch nix zu verbergen"-Ignorant erkennen, wovon wir die ganze Zeit sprechen!
Trotzdem gibt es einige Dinge, die ich als Otto-Normal-Geek unternehmen kann, um mich jetzt schon datensparsamer, wenn nicht sogar ganz anonym durch das Netz und das tägliche Leben zu bewegen. Zumindest für das Netzleben habe ich heute mal eine kleine HowTo-Reihe begonnen, die sich im ersten Teil mit der Installation und Konfiguration eines OpenVPN-Servers beschäftigt. In weiteren Folgen werde ich beschreiben, wie man sich unter den unterschiedlichen freien Betriebssystemen mit diesem VPN verbindet und dieses nutzt. Ebenso wie man dann über den VPN-Server anonym mittels eines tranpsarenten Tor-Proxies seine komplette Kommunikation nach aussen über das Tor-Netzwerk führt.
In den weiteren Folgen werde ich dann versuchen, Altenrativen zu den bekannten Social-Networks aufzuzeigen, ebenso wie kleine Tipps und Tricks, sich im Reallife etwas anonymer zu bewegen.