Ich hab echt Vieles ausprobiert und angetestet... Mein erster "Rechner" war ein kleiner ZX81, geerbt von meinem Onkel und erst mit der Speichererweiterung auf 16KB (!!!) wirklich brauchbar. Über den Schneider CPC664 und den C64 bin ich dann zu meinem ersten PC (einem 486-DX33) gekommen. Wer mal mit DOS und später Windows 3.1/3.11 "gearbeitet" hat, weiss, dass genau dies nicht möglich ist: arbeiten!
Mein erstes Linux war eine 9-Floppy-Version der DLD... Das war vielleicht ein Spass! Erst der Download über Modem (nochmal sorry an meine Eltern für die horrende Rechnung!) und danach die Installation auf dem PC... Da war sie dann, die erste Linux-Console... Alles war irgendwie seltsam: keine richtigen Wörter, sondern meistens nur 2 Buchstaben, irgendwas konnte man mit diesen komischen Sonderzeichen wie "&", "|" oder ">" machen und Laufwerksbuchstaben gabs nicht...
Aber trotzdem hatte das alles seinen Reiz! Wer das erste Mal versucht, einen XServer auf einer No-Name-Grafikkarte (Trident oder so) und mit Hilfe der Mode-Settings aus dem Handbuch des Monitors zum Laufen zu bewegen... Naja wir alle erinnern uns an die Geräusche, die so ein Röhrengerät von sich geben kann, wenn man ihn mit falschen Frequenzen ansteuert ;-)
Danach kamen die Jahre der Selbstfindung... Da gab es SuSE - eine deutsche Distri! Die musste man doch supporten!!! Oder Redhat/Fedora (ich werde mich nie an diese irgendwie comicartige Oberfläche gewöhnen...), debian oder gar (xyz)buntu...
Irgendwann stieß ich dann auf gentoo... Was für ein geniales Konzept (ich hatte auch mal die BSDs dieser Welt angetestet, aber ich werde mich nie mit den BSD-Lizenzen abfinden können!)... gentoo ist (mit dem "~" vor der Architektur) aktueller als die meisten anderen Distris... Durch das Konzept der "rolling distribution" wird einmal installiert und einfach nur upgedatet, ohne jemals eine neue CD/DVD einzulegen und ein Distributionsupgrade durchzuführen!
Ein weiterer Pluspunkt, den man nicht unterschätzen sollte ist das Komilieren aus den Sourcen. Das Ganze mag ein wenig langsamer sein, als das Installieren von Binärpaketen, aber naja bei 4- oder 8-Kern Prozessoren und 4-x GB RAM wiegt dieser Geschwindigkeitsnachteil nur bei Monstern wie Firefox. Libreoffice oder Chromium schwer. Ein klarer Vorteil des Ganzen: Man muss sich nur bedingt auf die Paketmanager verlassen! Wenn jemand bei einer Benärdistri vergisst, einem Paket eine Abhängikeit von einem anderen Paket zu erstellen, z.B. jemand vergisst den kdelibs zu sagen, dass diese qt brauchen, dann kann man dieses Paket installieren, es funktioniert halt nur garnichts danach!
Wenn ich nun die kdelibs kompilieren muss, wird das ohne die installierten QT-Libs einfach nicht funktionieren. Das Risiko eines Systems, das aus Versehen nicht mehr funktioniert ist minimal!
Ein weiterer Pluspunkt ist die Tatsache, dass ich unter gentoo Vieles einstellen kann, meistens sogar muss! Nur so lernt man sein System kennen! Hätte ich damals nicht DOS/Windows mehrfach installieren müssen, hätte ich einen Rechner mit vorinstalliertem Ubuntu bekommen... Ich könnte heute auch nur noch vor dem Rechner sitzen und an jeder Kleinigkeit verzweifeln...
Das Argument, dass man einen Rechner nur benutzen will und nicht auch noch das System verstehen will, zieht bei mir nicht! Dann könnte man auch jedes Kind in ein Auto setzen und losfahren lassen - hier muss man erstmal lernen wie das geht... Oder jeder Bäcker fängt morgen irgendwo als Mechatroniker an - dieser Wechsel ohne wirkliches KnowHow funktioniert nur bei Politikern!
gentoo forever!